Nightliner Tattoo Berlin - Wisbyer Straße 71 - 10439 Berlin - Phone 030/ 473 00 260
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Die Presse über uns

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Pierce Tattoo Vol. 2 1998

Studiovorstellung
2 Seiten
 

Bericht PDF-Datei 0,61 MB


Tattoo Scene Live Nr. 1 Januar/ Februar 1999

Studiovorstellung
5 Seiten


Bericht PDF-Datei 1,33 MB


Piercing Nr. 2 Dezember 2000

Onlinetipp für unsere
Internetpräsenz


Bericht PDF-Datei 0,36 MB


Tattoo Energy Nr. 12 August/ September 2001

Bericht über Marc D. (Nightliner Tattoo)
8 Seiten


Bericht PDF-Datei 1,91 MB


Piercing Nr. 8 Dezember 2001

Studiovorstellung Schwerpunkt Piercing
6 Seiten


Bericht PDF-Datei 1.41 MB


Tätowiermagazin Nr. 8 August 2003

Studiovorstellung Marc D. & Lars-Uwe
7 Seiten


Bericht PDF-Datei 1,53 MB


Tattoo Life Nr. 28 Mai/ Juni 2004

Extra "Tattoo in Town Berlin"
Studiovorstellung | 4 Seiten


Bericht PDF-Datei 1,32 MB


Tatuaz Nr. 17 (2) Grudzien 2004

Bericht über Lars-Uwe (Nightliner Tattoo)
7 Seiten


Bericht PDF-Datei 2,04 MB


Intimschmuck Nr. 15 2005

Studiovorstellung Schwerpunkt Piercing
8 Seiten

 


Bericht PDF-Datei 1,43 MB


Tattoo Spirit Nr.14 April 2005

Studiovorstellung Schwerpunkt Marc D.
6 Seiten


Bericht PDF-Datei 1,43 MB


Tatuaz Nr. 18 (1) Czerwiec 2005

Bericht über Niko D. (Nightliner Tattoo)
7 Seiten


Bericht PDF-Datei


Tatuaz Nr. 19 (2) Pazdziernik 2005

Bericht über Peter (Nightliner Tattoo)
8 Seiten


Bericht PDF-Datei 1,96 MB


Tatuaz Nr. 20 (1) Luty 2006

Bericht über Hans Jörg (Nightliner Tattoo)
6 Seiten


Bericht PDF-Datei


Tatuaz Nr. 21 (2) Maj 2006

Bericht über Zappa (Nightliner Tattoo)
5 Seiten


Bericht PDF-Datei


Tatuaz Nr. 22 (3) Sierpien 2006

Bericht über Marc D. (Nightliner Tattoo)
4 Seiten


Bericht PDF-Datei 0,85 MB


Tattoo Life Nr. 45 März/ April 2007

Onlinetipp für unsere
Internetpräsenz


Bericht PDF-Datei 0,26 MB



Nightliner Tattoo Pressearchiv komplett (15,0 MB)



Es gab noch andere Magazine aus den USA , England und Belgien, die über unser Studio berichtet haben, aber die Zeitungen sind leider nicht (mehr) in unserem Besitz.
Wer einen Bericht über das Nightliner in einem Magazin zu Hause hat, kann sich ja mal per Mail melden. Eine Kopie oder sogar die Originalzeitung wäre schön für unsere Sammlung, wenn der Eigentümer diese entbehren kann.
Wir würden uns natürlich freuen.

Bericht aus dem TätowierMagazin:

Ein gegensätzliches Duo



Nightliner Tattoo ist jedem ein Begriff, der auch nur halbwegs regelmäßig Tattoo-Conventions besucht. Die plastischen Black &Grey-Tattoos von Marc D. erkennt man auf den ersten Blick. Doch seit neu1bt es auch Knallbuntes aus dem Hause Nightliner: Neuzugang Lars-Uwe bringt frischen, bunten Wind in das Studio in Prenzlberg.

Text: Morris (Tätowiermagazin) • Fotos: Morris (Tätowiermagazin), Nightliner Tattoo Berlin

Prenzlauer Berg. Das Szene und Clubviertel im Berliner Osten beherbergt so manches subkulturelle Kleinod. Es wird musiziert, gemalt und kreiert. Ein Anziehungspunkt für Kreative, für Träumer und Besessene. Naturgemäß wird der Teil der Zugereisten, die sich hier niederlassen immer größer.
Aber es gibt sie noch, die echten Eingeborenen. In der Wisbyer Straße 71001211ispiel. Im Nightliner Tattoo Studio arbeitet ein echtes Prenzlberger Hinterhofkind: Marc D. In Ostberlin geboren und als Großstadtkind aufgewachsen, wird Marc schon früh mit Tätowierungen konfrontiert. Es sind Knasttätowierungen, die ihm immer wieder begegnen. Eine weit verbreitete Kunst in der damaligen DDR, in der Knast als Erziehungsmaßnahme oft Anwendung fand. Drinnen waren Tätowierungen eine der wenigen Abwechslungen, die man sich gönnte. Marc war fasziniert von diesen schwammigen, bläulichen Hautbildern, die er im Schwimmbad bei vielen Ex-Knackis sah. Aus der Faszination wurde Besessenheit und schon im zarten Jugendalter begann Marc mit den ersten Experimenten. Mittels Nadel, Ausziehtusche, Faden und Streichholz fabrizierte er Punkte und Striche auf zwei seiner Kumpels. Irgendwie mußte die Farbe doch in die Haut gehen. Und sie ging.

Marc D.

Marc D.

Marc D.

Marc D.

Am Tag der Entlassung mußte sich Marc wohl wie die Kosmonauten der MIR gefühlt haben, die ja in der Sowjetunion gestartet und in der GUS gelandet sind. Es war 1990.
Alle Tattoos von Marc D.

Ein paar Jahre später, Mitte 1989, hatte er dann Gelegenheit seine bis dahin archaisch ausgeführten Tattooversuche zu verfeinern. Er wurde Insasse einer der oben erwähnten Erziehungseinrichtungen und verfiel den gleichen Mechanismen, wie seine Idole aus der Kindheit. Man hatte Zeit zum Zeichnen und zum Konstruieren von notwendigem Handwerkszeug. Als Nadeln benutzte man Büroklammern oder Sicherheitsnadeln, die dann mit einem Stück der zertrümmerten Kloschüssel angeschliffen wurden. Als Farbkappe dienten die Verschlüsse von Zahnpastatuben. Kundschaft war reichlich vorhanden, sie konnte ja nicht weg.
Schließlich kam der Tag der Entlassung und da mußte sich Marc wohl ein bißchen wie die Kosmonauten der MIR gefühlt haben, die ja in der Sowjetunion gestartet und in der GUS gelandet sind. Es war 1990. Die DDR gab es nicht mehr und es galt sich den Herausforderungen des neuen Systems zu stellen.
Der nächste Schritt bahnte sich im gleichen Jahr an. Er stand an einer Tanke in Schöneberg und zwang gerade den Tiger in den Tank als er auf der Straße gegenüber ein Tattoostudio entdeckte. Erst jetzt wurde ihm klar, daß man ganz offiziell seinen Lebensunterhalt mit der von ihm so geliebten Kunst verdienen kann. Nach einigen Versuchen mit mehr oder weniger funktionierenden selbstgebauten Maschinen pikte Marc noch einige Zeit per Hand, bis er Mitte 1992 seine erste eigene Maschine in den Händen hielt. Es war die Erfüllung eines Traumes. Nach den üblichen Anfängerschwierigkeiten bekam er das Material immer besser in den Griff. Das Verständnis für Technik und Funktion der Tätowiermaschine nahm immer klarere Formen an. Der Weg von der Idee zur Umsetzung eines Tattoos wurden immer kürzer.
1994 dann der erste Job in einem Tattoostudio, zunächst bei Eastside Tattoo, dann bei Tattoo Art Berlin. Es war für ihn ein wichtiges Lehrjahr. Dort lernte er all die notwendigen Kleinigkeiten und Details des Gewerbes ohne die es nun einmal nicht geht.
Im folgenden Jahr eröffnete Marc mit einem Compagnon sein erstes eigenes Tattoostudio, das Nightmare in Prenzlauer Berg. Seine exzellenten Arbeiten machten ihn relativ schnell in der Szene bekannt. Die Freundschaft mit dem Wiener Tattoomeister Freddy war dabei sicherlich auch ein wenig hilfreich. Seit 1996 arbeiteten die beiden auf Conventions unter dem Namen die Tattoovagabunden zusammen. Ein Duo Infernale in der Tat.

Lars Uwe Lars Uwe Lars Uwe Lars Uwe

Die Farben, die Ideen, der Humor in seinen Tätowierungen - echt amerikanisch. Wer würde denken, daß Lars Uwe aus Sommerda, einem kleinen Ort bei Erfurt stammt.
Alle Tattoos von Lars Uwe

Marc war ganz zufrieden in jenen Tagen. Die Conventions und die Szene machten ihm Spaß und zu Hause hatte er mit dem Nightmare Studio eine solide Ausgangsbasis. Bis es 1997 zum Streit mit seinem Geschäftspartner kam. Aber immer wenn etwas aufhört, fängt etwas anderes an.
1998 hieß der Neubeginn Nightliner. In dem Studio in der Wisbyer Straße arbeitet Marc noch heute. Unterstützt wird er dabei von ständig wechselnden Gasttätowierern. Inzwischen hat sich der Shop einen guten Ruf erworben, der weit über die Stadtgrenze von Berlin reicht. Und Marc legt großen Wert darauf, daß man als Tätowierer zunächst das Handwerk perfekt beherrschen sollte, erst dann kann man ein guter Tätowierer werden. Stimmt die Sorgfalt im technischen Bereich, werden auch die Linien gerade. Da mag das künstlerische Talent noch so groß sein, ohne die Beherrschung der technischen Grundlage kann man kein Tätowierer werden. So ist Marc zwar kein Fan von Tribals, hat aber Respekt vor einem guten Stück. Denn es ist keineswegs leicht ein wirklich sauberes Tribal zu stechen. Im Gegenteil, er sieht es jedes Mal als Herausforderung und eher schweren Job an. Im allgemeinen arbeitet Marc lieber nach Vorlagen, denn etwas exakt zu kopieren ist viel schwieriger als eigene Ideen in Hautbilder umzusetzen. Das Original liegt ja als Referenz direkt vor einem. So ist es auch nur logisch, daß Marc am liebsten in Black & Grey sticht. Licht und Schatten reizen ihn, außerdem muß man seiner Meinung nach mehr überlegen. Man muß die Schattierungen richtig setzen, um das Motiv nicht eindimensional wirken zu lassen. Mit Farben kann man da einiges kaschieren, aber auch schnell zum Effekthascher werden. Manchmal muß Farbe rein, aber es kommt halt ganz darauf an wie man sie einsetzt. Wichtig ist für Mark die Abwechslung. Überhaupt sollte alle zwei bis drei Monate etwas neues passieren, ein bewußter Sprung, sei es im stilistischen oder im technischen Bereich. Denn es gibt nichts schlimmeres für einen Tätowierer als Stillstand. Aber ebenso wie man selbst den Erfolg empfinden sollte, sollte man auch die eigenen Fehler erkennen, bevor es andere tun. Selbstkritik ist ein wichtiger Faktor um sich nicht selbst zu blenden. Denn nicht nur der Kunde, auch der Tätowierer sollte mit der Arbeit zufrieden sein.

An dieser Stelle wollen wir auch seinen letzten Neuzugang Lu (Lars Uwe) vorstellen, der seit einem Jahr im Nightliner sticht. Als ich ihn das erste Mal im Studio getroffen hatte, dacht ich zunächst mir stünde ein Ami gegenüber, so locker und offen kam er auf mich zu. Auch beim Durchblättern seines Portfolios konnte ich mich nicht des Eindrucks entziehen es mit einem der jungen Wilden aus den USA zu tun zu haben. Die Farben, die Ideen, der Humor in seinen Tätowierungen. Wer würde denken, daß er aus Sommerda, einem kleinen Ort bei Erfurt stammt. Er wurde auch schon als Kind auf das Tätowieren aufmerksam. Es waren die Heavy Metal Poster im Zimmer seines Bruders. Schwer tätowiert blickten die Recken diverser Bands auf ihn und es dauerte nicht lange bis er damit begann sich die eigene Haut aufzuritzen und Farbe zu implizieren. Als er vor vier Jahren mit seiner Zeichenmappe in einem Studio in Sommerda auftauchte, wurde er doch direkt gefragt, ob er dort nicht tätowieren wollte. Voller Selbstvertrauen sagte er zu und schon am nächsten Tag saß er als Tätowierer im besagten Studio. Learning by Doing hieß es dann. Jetzt hatte er zwei Jobs, denn zu jener Zeit hatte er auch eine Steinbildhauerlehre in Erfurt begonnen. Also wurde Tags gestochen und nachts gearbeitet. Kamen ihm die Umstände seiner überraschenden Einstellung als Tätowierer schon ein wenig dubios vor, wurde ihm auch bald klar, daß er in einem kriminellen Umfeld arbeitete. Zwar gelang es ihm für sich, den nötigen Freiraum zu schaffen um seine Tattoofertigkeiten weiterzuentwickeln, aber als das direkte Umfeld immer unerträglicher wurde, war es nach einem halben Jahr Zeit für ihn zu gehen. Er beendete seine Lehre und zog nach Erfurt wo er, nachdem er sich die notwendigen Werkzeuge und Maschinen besorgt hatte, zunächst aus seiner Küche heraus arbeitete. Und natürlich machte er Musik. Ist er doch durch seine Extrovertiertheit der geborene Frontman. So kam es auch , daß er die Bandkollegen mit teilweise großflächigen Tattoos verzierte. Aber er wollte weg aus Erfurt, es gab keine Herausforderungen mehr und er wollte sich auch tattootechnisch weiterentwickeln. Das Meiste hatte er bis dahin beim Zusehen gelernt, wenn er sich selbst tätowieren ließ. Als er auf der Erfurter Convention mit seiner Band den Krauts gastierte, traf er Andrea, eine Tätowiererin aus Berlin, die in ihm die Lust auf die Hauptstadt erweckte. Es folgte der Umzug nach Berlin. Und diese Stadt steht ihm sicherlich besser als Erfurt. Nachdem er sich und seine Arbeiten im Januar 2002 bei Nightliner vorgestellt hatte, dauerte es nicht lange bis der Rückruf kam und Lu seinen Guestspot im Studio in der Wisbyer Straße antrat.
Für Lu ist es wichtig, daß Tattoos einen Inhalt, eine Aussage haben. In einer gestochenen Träne steckt für ihn mehr als in einem Tribal. So sind es vor allem die klassischen westlichen Motive mit ihrer starken Symbolik, die ihn reizen. Aber auch asiatischen Motiven und Portraits geht er nicht aus dem Weg. Wie gesagt, er traut sich im Prinzip alles zu. Und nicht zu Unrecht. Obwohl er ein wahrer Individualist ist, legt er Wert auf die Arbeit im Team. Der gesunde Wettbewerb mit den Kollegen bedeutet für ihn vor allem Ansporn für sich selbst. Lu würde ich als einen von der Kunst getriebenen, einen positiven Verrückten bezeichnen. Ein wenig zerrissen zwischen dem Kommerz und dem, was er wirklich tun will, fühlt er sich schon mal.
Naheliegend, daß er ein Kinski und Iggy Pop Fan ist. Er hat was von Beiden und das kann nicht schlecht sein. Diese Eigenschaften und selbstverständlich seine exzellenten Arbeiten führten dann auch dazu, daß ich mir von ihm die rechte Brust tätowieren ließ. Ich bin mehr als zufrieden damit. Ich bin entzückt.

Marc D. und Lars Uwe

Quelle: Tätowiermagazin online

Bericht aus dem 030 Stadtmagazin:

Nightliner Tattoo Berlin

Vor 6 Jahren eröffnete Marc D. das Nightliner Tattoostudio im Prenzlauer Berg. Er und sein Team sowie wechselnde Gasttätowierer bieten alle Stilrichtungen und Möglichkeiten, um den Wünschen ihrer Kunden gerecht zu werden. Dabei greifen sie auf langjährige Erfahrungen in anderen Tattooshops zurück. Ihr Motto: Es ist fast nichts unmöglich, das man nicht qualitativ hochwertig unter die Haut bringen kann. Die Spezialität ist der Intimschmuck - Nightliner kann in dieser Hinsicht fast alle Wünsche erfüllen. Bei Piercings ist sogar ein Hausbesuch möglich! Zusätzlich verfügt Nightliner über eine große Auswahl an Schmuck aus vielen verschiedenen Materialien. Nicht nur steriles Arbeiten in separaten Arbeitsräumen wird zugesichert, sondern es stehen euch auch ausgebildete Tätowierer beratend zur Seite.

26.11.2003

Quelle: 030 Stadtmagazin online


Bericht von Berlin.de:

Nightliner Tattoo Berlin

Das Nightliner Tattoo-Studio existiert seit Anfang 1998 und ist seit dem ein fester Begriff in der Szene. Neben den Stammtätowierern stechen in regelmäßigen Abständen auch Gasttätowierer, die die Palette an Stilrichtungen erweitern. Eine weitere Spezialität ist das Piercing – eine große Auswahl an Schmuck ist vor Ort vorhanden.
 
(Text: berlin.de)

 
Adresse:  
Wisbyer Straße 71
10439  Berlin - Pankow
     
Telefon:   030 473 00 260
     
Internet:   www.tattoo-nightliner.de
     
Nahverkehr:  
Bus:
Tram:

Quelle: berlin.de online


Bericht aus der Märkischen Allgemeinen:

Nightliner Tattoo

Marc D.

Das Talent von Marc D. war schon im Zeichenzirkel der Polytechnischen Oberschule unübersehbar. Damals, zu DDR-Zeiten am Prenzlauer Berg. Nur dass er eines Tages vom Papier zur nackten Haut als Malgrund wechseln würde, hat er damals wohl selbst noch nicht geahnt.
Marc D. (34) gilt heute als einer der bekanntesten Tätowierer der Szene. Angefangen hat bei ihm die Vorliebe für die lebendigen Bilder allerdings dort, wo gängige Vorurteile die Wurzeln der graphischen Körperkunst sehen: im Knast. "Mit 16 oder 17 kam ich da wegen einer Prügelei rein", erzählt er ohne Umschweife. Mit wackligen blauen Linien und Herz-Anker-Kreuz hat sich Marc D. aber schon damals nicht zufrieden geben wollen. Seinen Eltern zuliebe lernte er zunächst Immobilienkaufmann und Wohnungsverwalter, hat aber nie in dem Job gearbeitet. Auf der ersten Tattoo-Messe in Wende-Zeiten stand für ihn fest: Das mache ich auch.
Vor allem für seine filigran gezeichneten Porträts ist Marc D. deutschlandweit bekannt. In seinen biomechanischen Motiven erkennt man den graphischen Einfluss von Escher bis Dürer und Goya. Mit sicherem Gespür bedient sich Marc D. bei japanischen Sepia-Zeichnungen oder den Radierungen von Gustave Dauré, komprimiert Handlungsdramatik auf engem Raum und rahmt all das mit ästhetischer Formensprache ein. Die lebendige Haut ist dabei sein Lieblingsmedium, weil sie seine Bilder um die Welt trägt. Und natürlich bleibt der erklärte Schädel-Fan auch Freunden morbider Düsternis in seinen Motiven nichts schuldig. Sein Studio "Nightliner" sucht inzwischen sogar Tätowierer.

Text: Ralf Schuler


Nightliner Tätowier- und Piercingstudio. Wisbyer Straße 71, 10439 Berlin. Tel.: 030/473 00 260, 
www.tattoonight.de
Marc D. illustrierte das "Sommer"-MAZ-Spezial vom 12. Juli 2007

Unter die Haut

Seit Jahren liegen Tätowierungen im Trend: Motive und Technik werden immer ausgefeilter
Hautärzte warnen trotzdem

Text: Ralf Schuler

Robbie Williams hat eins und Angelina Jolie, Pamela Anderson und Ozzy Osbourne sowieso – und selbst "Ötzi" hat seine Holzkohle-Tätowierungen über 5000 Jahre im Gletschereis gerettet. Was genau den Tattoo-Trend Mitte der neunziger Jahre ausgelöst hat, ist nicht mehr exakt zu klären. Fakt ist dagegen, dass es kaum ein Volk, kaum eine Kultur auf der Welt gibt, die sich im Laufe der Zeit nicht daran versucht hätte dauerhaften Körperschmuck anzulegen. Die ältesten derzeit bekannten Tätowierungen stammen – von "Ötzi" einmal abgesehen – von 7000 Jahre alten Mumien, die im Norden Chiles gefunden wurden. Die Skythen trugen derartige Zeichnungen, der Aktisforscher Sir Martin Frobisher traf 1578 Eskimo-Frauen mit Tattoos, und 2000 Jahre alte Körperbilder einer ägyptischen Prinzessinnen-Mumie sorgten in den 20er Jahren für Aufsehen. Dass viele den Ursprung der Hautmalereien trotzdem in Polynesien suchen, dürfte an dem legendären Seefahrer James Cook liegen, der 1774 den Polynesier Omai mit nach Europa brachte und ihn und seine Tätowierungen bereitwillig ausstellte.
Ob das Wort "tätowieren" tatsächlich vom polynesischen "tatau" abgeleitet ist, ist deshalb ebensowenig gesichert. Unverkennbar ist dagegen, dass die lebenslange Zeichnung des eigenen Körpers bis heute ihre Faszination auf viele Zeitgenoss(inn)en ausübt. "Das Tätowieren ist längst aus den einschlägigen Milieus heraus", sagt Martin Barners, Chefredakteur von "Tattoo-Spirit und Piercing". Und: "Tattoo ist Kunst." Im Gleichschritt mit der immer besseren Technik werden die Linien exakter und feiner, Schattierungen und Farben fügen sich präziser dem Willen des Tätowierers. Selbst anspruchsvolle realistische Porträts werden heute in beachtlicher Qualität gestochen, schwärmt Barners. "Und wenn man bedenkt, dass man beim Tattoo meist keine zweite Chance hat, wenn etwas schief geht, wächst die Hochachtung vor den Künstler noch."
"Ich nenne es ,Steiß-Tribal’", sagt Miss Nico vom Berliner Allstyle Tattoo-Studio und meint das umgangssprachliche "Arschgeweih". Sie will die Träger solcher Ornamente in der unteren Rückenpartie nicht lächerlich machen. Verzierungen wie diese gehören zur Tattoo-Gattung der "Tribals" (Stammeszeichen) und stehen besonders hoch im Kurs. Sie zeichnen sich in der Regel durch ihre präzise Symmetrie aus. Die so genannte "Old School" beschreibt klassische Motive wie Herz, Anker, Schwert, Rose oder Kreuz. Mit dem Begriff "New School" sind vergleichbar einfache Piktogramme aus neueren Zusammenhängen (von Disney bis Comic u.a.) gemeint. Die opulente asiatische Bilderwelt mit Drachen und vielen Ornamenten ist eine Sparte für sich, genauso wie "Realistik" (getreue Abbilder) oder "Biomechanik" wo sich wild-wüst-wunderliche Fantasy-Welten auftun oder gar geöffnete Körper im Stil der Trompe-l’œil-Malerei (frz.: das getäuschte Auge).
So hinreißend die Motive auch sein mögen, viele Hautärzte wie die Berliner Dermatologin Elena Peters können sich noch immer nicht mit dieser Art der "kosmetischen Körperverletzung" abfinden. "Es kann einerseits zu unabsehbaren allergischen Reaktionen kommen, andererseits werden mitunter Keime in die Haut eingetragen, deren spätere Entzündung zu lebenslang sichtbaren Narben führen", sagt sie. "Oft an genau den Stellen, die man eigentlich verzieren wollte." Dass für die Behandlung der gesundheitlichen Folgen die Krankenkassen aufkommen, mithin die Gemeinschaft der Versicherten zahlt, was der Einzelne verzapft hat, ist da nur ein Nebeneffekt.
In der Tattoo-Branche verweist man dagegen auf das dichte Netz staatlicher Kontrollen. So prüfen die Gesundheitsämter regelmäßig die Einhaltung der Hygienevorschriften, Verwendung von Einwegnadeln und -Handschuhen, Vorhandensein von Sterilisatoren, auch werden Sporentests durchgeführt. Für die Tätowierfarben gibt es EU-Richtlinien, sie unterliegen dem "Lebensmittel-, Futtermittel- und Bedarfsgegenständegesetz" (LFBG) und werden regelmäßig untersucht. Im "Deutsche organisierte Tätowierer e.V." (DOT) wird inzwischen professionelle Lobby-Arbeit für das eigene Gewerbe betrieben. Der europäische Dachverband "United European Tattoo Artists" (UETA) wird sogar in Brüssel vorstellig. Und dass Tattoo-Studios Pflichtbeiträge an die Industrie- und Handelskammern abführen müssen, versteht sich fast schon von selbst.

12.07.2007

Quelle: Märkische Allgemeine online


Bericht bei Tattoo Guide International:
Alles! Nur besser als im Knast!

Interview mit Zappa/ Nightliner/ 18.01.08

Zappa von Nightliner1. Wie lange tätowierst Du schon?
2. Wo und wann hast Du angefangen zu tätowieren?


Seit über fünfzehn Jahren.
Zuerst habe ich zwei Jahre lang zu Hause die Kumpels tätowiert und dann eigenes Studio in Kedzierzyn (Kandrin-Cosel) eröffnet. Nach zwei Jahren wurde ich nach Karlsruhe als Gast- tätowierer bei „Mystic Tattoo“ eingeladen. Also habe ich mein Studio zugemacht. Es war mir auch ein Bedürfnis, wegzufahren. Ich wollte mich weiter entwickeln und das war zu der Zeit in Polen nicht möglich. Selbst der Pfarrer predigte sonntags von der Kanzel, die Menschen sollten sich nicht tätowieren lassen. In Karlsruhe blieb ich anderthalb Jahre. Danach wechselte ich zu Nightliner in Berlin und arbeite hier seit zehn Jahren als Gasttätowierer. Eigentlich bin ich hier ein ständiger Gast, denn die meiste Zeit verbringe ich hier und nehme auch die Arbeit mit nach Hause.

3. Warum hast Du angefangen zu tätowieren?

Ich habe immer gezeichnet. Es war meine Leidenschaft. Mein Traum war es, Grafiker zu werden, aber meine schulische Bildung gab das nicht her. Tätowieren war dann eine Nische, die es mir das ermöglichte. Als Junge fuhr ich zur Schule in die benachbarte Stadt - Cosel. Dort gab es auch einen Knast und hin und wieder Mal eine Amnestie, und dann wurden die tätowierten Knackis frei gelassen und fuhren mit dem gleichen Bus wie ich. Das hat mich, den Jungen, fasziniert. Ich schaute sie mir an. Damals in Polen gab es nichts außer den Gefängnistätowierungen und somit auch keinen Vergleich.

4. Was ist Dein Stil bzw. welchen Stil bevorzugst Du und warum?

Alles! Nur besser als im Knast! Ich fühle mich in allen Stilen wohl. Ich selbst mag Motive im Comicstil und realistische Motive und auch eine Mischung von den beiden. Ich sehe die Tätowierung nicht als Kunst, sondern als Dienstleistung an. Es ist ein Austausch von Einfällen, Ideen vielleicht auch von Energien zwischen dem Kunden und mir. Ich sehe es so, dass ich meine Fähigkeiten dem Kunden zur Verfügung stelle, also muss ich mich auch seinen Wünschen annähern und anpassen. Wenn ich auf Leinwand male, dann ist es etwas anderes. Dort habe ich freie Hand und mache nur das, was mir gefällt.
 
Zappa mit Kunden5. Wer sind Deine Vorbilder?

Dazu zählen Phlipp Leu, Tin Tin, Aaron Cain und Marc D., der Chef von Nightliner, von dem ich sehr viel gelernt habe.

6. Welcher Künstler hatte Dich beeinflusst?

Von den Malern würde ich die aus der Zeit vor dem Internet nennen, als sie sich noch alles alleine ausdenken mussten. Das ist vielleicht nicht der klügste Satz, aber Hauptsache er wurde gesagt. Von den Zeichnern hatten mich am meisten Comiczeichner beeindruckt wie Grzegorz Rosinski, Philippe Druillet, Moebius oder Simon Bisley.

7. Was war Dein merkwürdigstes Tattoo-Erlebnis?

Ich hatte ein Mal einen Kunden, der den gesamten Körper braun tätowieren lassen wollte, weil er nicht mehr ins Solarium gehen und Geld sparen wollte. Aber, als wir im vorgerechnet haben, was es kosten wird, stellte sich heraus, dass das Tattoo teurer wäre als Solarium. Und ein anderer, noch in Polen, wollte seinen Kopf als Globus tätowieren lassen. Aber davon habe ich ihm abgeraten. Es war eine sehr gute Idee aber zu radikal zu der Zeit.

8. Was magst Du nicht?


Ich mag keine Kunden, die selbst nicht wissen, was sie wollen. Die Entscheidung für eine Tätowierung ist eine sehr persönliche und ich bin kein Psychologe und habe auch nicht vor, eine Beratungspraxis aufzumachen. Meine Aufgabe sehe ich darin, die Idee des Kunden in die Sprache der Tätowierung zu übersetzen und umzusetzen.
Die Kunden lassen sich meiner Meinung nach in zwei Gruppen unterscheiden: in Sammler und Ästheten. Die einen sammeln die Tätowierungen und Tätowierer wie Briefmarken auf der Haut. Die anderen machen sich Gedanken darüber, was sie wollen und wie es aussehen soll.
Und dann gibt es noch eine Veränderung bei den Kunden, die ich beobachte. Als ich angefangen habe, da hatte man die ersten Tatoos an Stellen gemacht, die die Kleidung verdeckte und tastete sich langsam nach außen voran. Heute kommen die Kunden und wollen gleich als erstes den ganzen Arm oder die Wade.

Fotos: Agata und Zappa

Quelle: Tattoo Guide International online


Bericht bei Tattoo Guide International:
10 Jahre Nightliner-Party

Nightliner TeamTätowierungen im Wechsel der Zeiten, während die Einen Kunst machen, feiern die Anderen wie Früher:

10 Jahre Nightliner - Vip-KarteDer Tattoo-Guide war am vergangenen Samstag auf einer Party.

Im „Wild Area“ - den Clubräumen von „Born To Be Wild MC Berlin“ in Pankow Heinersdorf - wurde das zehnjährige Jubiläum vom „Nightliner“ gefeiert. Zu den Gästen zählten vor allem die wirklich zahlreichen Freunde und Kunden des bekannten Berliner Tattoostudios, darunter auch viele der harten Jungs des Motorradclubs. Zwei Bands sorgten mit ihren Auftritten für die musikalischen Lifeerlebnisse.

Die Feier war wie es sich gehört: ordentlich laut, die Luft war heiß und schwer und der Kleinste durfte die leeren Flaschen einsammeln. Wenn es dem einen oder anderen doch zu heiß oder zu laut wurde, konnte er ins Freie flüchten, denn es gab dort eine zweite Bar. Dort angekommen konnte man sich nicht nur mit frischer Luft und mit frischem Bier versorgen, sondern auch die in Reih’ und Glied aufgestellten und auf Hochglanzpolierten Maschinen des Clubs bewundern, was garantiert für Gesprächstoff sorgte.

Alles in allem - eine gelungene Party! An dieser Stelle möchte auch der Tattoo-Guide dem Nightliner alles Gute für die nächsten Jahre wünschen und hoffentlich sehen wir uns in alter Frische bei der nächsten Jubiläumsfeier wieder.

Viel Erfolg!

Text: Agata
Fotos: AdeO

Quelle: Tattoo Guide International online

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